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Emilia

Emilia

Emilia Riedler, ehemals Vanders, ist die junge Tochter der gut gestellten Vanders-Familie - einer jener Familien, die sich mitunter als erstes die von KOUSEI zur Verfügung gestellten Hybriden der 1. Generation leisten konnten.

Da die einzige Tochter der aktuellen Generation der Vanders bereits seit Geburt an einer immunschwächenden Erbkrankheit leidet, war ihr ein scheinbar zurückgezogenes und möglichst von der Außenwelt abgeschirmtes Leben in der Villa ihrer Eltern vorbestimmt. Nach diversen Gesprächen mit Fachärzten und Forschern des KOUSEI-Instituts entschlossen sich ihre Eltern, ihr ab dem 6. Lebensjahr einen Wolfshybriden namens Raban als Spielgefährten und Jugendfreund zur Seite zu stellen, um dem Mädchen zumindest etwas gesellschaftlichen Kontakt zu Gleichaltrigen ermöglichen zu können. Die Entscheidung wurde gefällt, nachdem konkret nachgewiesen werden konnte, dass Hybriden ein im Vergleich zu Menschen relativ geringes Risiko besaßen, für den Menschen zutreffende Krankheiten zu übertragen.

Im Alter von 19 Jahren heiratete Emilia Vanders in die Familie Riedler ein, und zog in Folge dessen in das Privatanwesen von Dr. med. Muyuu Riedler. Zum damaligen Zeitpunkt wurde spekuliert, dass die Heirat aufgrund von Ansehenswerten beider Familien vollzogen wurde - aber auch, weil durch Muyuu Riedler ein Interesse an einer Heilung von erbbedingten Krankheitsleiden bekundet wurde.

PersonalbogenBearbeiten

  • Alter (nach RPG-Beginn): 18
  • Erscheinung: Brünett, hell bis gräuliche Augenfarbe. Zierliche Gestalt, neigt zur Blassheit. Dezente, milde Stimme, ohne markanten oder piepsenden Sprachklang.
  • Genetisch bedingte Autoimmunerkrankung (nicht weiter spezifiziert)

Charakter und HintergrundBearbeiten

Emilia wurde als eine schüchterne, zurückhaltende junge Frau in Soultrade eingeführt. Zu ihrem einzigen Jugendfreund, dem Wolfshybriden Raban, hat sie eine langjährige und tief verwurzelte Freundschaft aufgebaut, deren offene Erwiderung dem eher einzelgängerischen Wolfsjungen mitunter schwer gefallen ist. Ihr Charakter war besonders in Kinderjahren offener, direkter und etwas aufbrausender, bis zu einem Vorfall mit Raban, bei dem das junge Mädchen beim übereifrigen Spielen an einem See auf dem Anwesen ihrer Eltern in unmittelbare Gefahr durch Ertrinken geriet. Die Reaktion der Eltern auf diesen Vorfall, sowie ihr eigener Schock, führte zu einer Milderung ihres Charakters, welche die zu Grunde liegende, schüchterne Persönlichkeit des Mädchens verstärkte und festigte. In späteren Jahren, besonders nach der Heirat mit Dr. med. Muyuu Riedler, begann sie diese Persönlichkeitsveränderungen wieder abzulegen, nachdem sich mit zunehmendem Alter ihr Selbstbewusstsein neu stärkte.

Vor dem Zeitpunkt ihrer Heirat, und damit beim Abschied aus ihrem Elternhaus, hinterließ sie ihrem Jugendfreund einen Abschiedsbrief in einem Umschlag, in dem sich auch ein kleiner Signalschlüssel befand, um den Peilsender an Rabans Hals, den der Hybride konstant tragen musste, abzulegen. Dem Wolfshybriden wurde so nur wenige Tage später, nachdem Emilia das Anwesen ihrer Eltern verlassen hatte, die Flucht aus dem eingegrenzten Grundstück ermöglicht.

Beispielhafter Post aus Soultrade (04.01.2013)Bearbeiten

Sein Grollen schien nicht unbemerkt zu bleiben, denn während er noch die Beine angezogen, und seine verschränkten Arme auf den Kniescheiben abgelegt hatte, kam von unten eine schüchterne Stimme an seine Ohren, die daraufhin leicht zuckten. "Raban, du bist es, oder?" flüsterte sie scheu, und der Wolfsjunge erkannte, dass es wieder einmal Emilia war – ihr Zimmerfenster befand sich direkt unter der Seitenwand, auf dessen schrägem Dach er saß, und so konnten sie hier oft und ungestört miteinander reden, ohne dass sie sich gegenseitig sehen konnten. Sie hatten diese Möglichkeit schon oft genutzt, und wenn jemand in das Zimmer von Emilia kam, behauptete sie stets einfach, sie würde Selbstgespräche mit der Nacht und dem Mond am dunklen, mt schlierenhaften Wolken behangenen Himmel halten.
"Natürlich bin ich's." gab er zurück, und seine Stimme erklang für diesen Abend zum ersten Mal – wie es bei ihm üblich war, klang der Ton aus seiner Kehle stets so, als würde er aus einem tiefen, kleebedeckten Brunnenschacht kommen, denn der Wolfsjunge hatte eine sehr raue, kehlige Stimme, in die sich stets so etwas wie ein grollender Laut zu mischen schien. Nicht unangenehm für die Ohren, doch auch nicht sonderlich freundlich, das war es noch nie gewesen.

"Es tut mir so leid." begann Emilia erneut, und Raban wusste mit dieser Entschuldigung nichts anzufangen, weswegen er es einfach vorzog, zu schweigen, und einige Zeit verstreichen zu lassen.
"Ich will nicht von hier weg. Ich weiß, dass du es hier hasst, aber...ich habe dieses Haus liebgewonnen, mit dem weiten Garten, mit Allen, die darin wohnen.." Sie schwieg nun selbst, und gab ihm damit deutlich zu erkennen, dass ihre Worte ihn durchaus eingeschlossen hatten – eine Tatsache, die seine dunklen, mit Wolfsfell überzogenen Ohren dazu brachte, sich anzulegen, während sich seine Augen, die auf den nächtlichen fernen Horizont gerichtet waren, engten.
"Wenn du fort bist, hält mich hier nichts." gab er einfach zurück, nachdem wieder einige Herzschläge lang nur die Stille zwischen ihnen geherrscht hatte.
"Wenn du gehst, gehe ich auch fort. Wenn du schon diesen Mensch heiraten musst, und keine Wahl hast...so will wenigstens ich in Freiheit leben können. Einer von uns Beiden sollte zumindest damit anfangen." Die knurrenden Worte des Hybriden schienen Emilia schaudern zu lassen, denn als sie wieder sprach, klang ihre Stimme entrückt, aber auch traurig.
"Ich werd' dich vermissen, Raban." Und noch bevor er etwas auf diese Worte hätte antworten können, konnte er hören, wie sich mit einem leisen Klicken das Fenster unter ihm schloss, auf dass sich Emilia gelehnt hatte, um mit ihrem Haustier, ihrem Freund zu reden, den sie schon seit Kinderzeiten immer um sich gewusst hatte, und nun verlor.

Weitere BilderBearbeiten