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Muyuu

Muyuu Riedler, jung

Dr. med. Muyuu Riedler, Firmeninhaber des Pharmaunternehmens KOUSEI, ist weiterhin bekannt als der Begründer des allg. Zweiges der standardisierten und erweiterten Hybridforschung, welche ursprünglich aus dem Bereich der Genmedizin und genetischer Modifikationsforschung hervorgegangen ist. Ihm wird zugeschrieben, der medizinische Urvater dieses Forschungszweiges zu sein, auch wenn sich moderne Quellen darüber zunehmend uneinig sind.

Die Hybridforschung ist auf eine Experimentreihe in der Modifikation von Genetika bei der Bekämpfung von Tumor- und Krebszellen zurückzuführen, welche ursprünglich darauf abzielte, durch tierische DNA-Analytika und DNA-Zellteilung sowie Eingliederung in humane DNA-Bereiche Fortschritte in der allgemeinen Krebsmedizin zu erreichen.

LebenslaufBearbeiten

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KarriereBearbeiten

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PersönlichesBearbeiten

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Beispielhafter Post aus Soultrade (07.06.2014)Bearbeiten

Er konnte noch immer den Abschiedskuss von Emilia auf seinen Lippen spüren – eine weiche und zärtliche Geste, dazu ein kurzes Kraulen in seinem Nacken und dieser Blick von ihr, der ihn wissen ließ, dass sie vollstes Vertrauen in ihn und seine Taten hatte. So war es doch, oder nicht? Sicherlich.
Die Bahn rattelte mit leisem Klackern, und die Leiber die sich darin befanden wiegten sanft nach links und rechts mit, sich an den Stangen und Griffen festhaltend. Morgendliche Müdigkeit dämpfte die Stimmung aller Fahrgäste, nur einige von ihnen waren nicht damit beschäftigt durch die milchigen Fensterscheiben zu starren, sondern waren im täglichen Zeitungsblatt und in anderweitigen Lektüren vertieft, hörten über kleine Ohrstöpsel dumpfe Beats oder lenkten sich sonst irgendwie von der stets gleichen Fahrt ab. Er seufzte leise als er sie musterte, fuhr sich durch sein Haar und war ebenso an seine eigene Müdigkeit erinnert, welche ihn zu diesem Zeitpunkt stets überkam. Sein Schlaf war schlecht, in den letzten Tagen – ein kleiner Umbruch stand bevor wenn alles gut ging, und der Gedanke daran, wie an so viele andere Dinge, hielt ihn des Nachts wach wenn er neben Emilia in dem großen Himmelbett lag und die hölzerne Fassade der Decke über ihren Köpfen musterte, die durch den Tuchschleier des Bettes verhangen war. Auf seine Armbanduhr linsend rüttelte er diese leise klirrend mit einem Schlenker seines Handgelenks zurecht und bemühte sich um eine aufrechte Haltung. Die Straßenbahn kam stockend zum Halt, die zwei ineinander gleitenden Türen schoben sich unter mechanischem Schnauben auf, und er trat als einer der wenigen Fahrgäste auf den großen Platz hinaus, an dem sie zum Stehen gekommen waren. Morgendliche, frische Kälte lag in der Luft, und wären sie hier nicht in einer Großstadt gewesen, so hätte man sicherlich noch vereinzelte Nebelschwaden in der Entfernung hinter den Umrissen der Hochhäuser entdecken können. So jedoch war sein einziger Blickfang wie an jedem Morgen die große, in weiches Gold eingefärbte Statue einer jungen Katzenhybridin auf der Mitte des runden Platzes, die mit einer einladenden Geste ihre Arme ausgebreitet hatte und ihre Handflächen offen zeigte, dazu ein warmes Lächeln in dem eingefrorenen Gesicht zeigend, zusammen mit den geschlossenen und wie schlafend wirkenden Augen. Er nahm sich eine Zeit um die Statue zu mustern, die dort auf ihrem Podest mittig stand. Nochmals atmete er leise aus, und hielt dann mit entschlossenen Schritten auf das große Gebäude hinter der Hybridenstatue zu, welches mit seiner leicht geschwungenen Form und mit hohen Stockwerken an den Platz angepasst zu sein schien. Zum Vordereingang hin führte eine gebogene Torpforte und ein kurzer Kiesweg, ehe man bei den großen Schwungtüren ankam, die sich jedem Besucher öffneten, wenn sich dieser ihnen nur näherte. Sich erneut durch die Haare fahrend spürte er, wie sich seine Finger wie unbewusst scheinend fester um den Griff seines dunklen Aktenkoffers legten den er mit sich trug. Willkürlich verspürte er den Drang, etwas länger in der frischen Morgenluft zu verweilen und die Statue in der Mitte des Platzes zu studieren, dann jedoch verschluckten ihn die Eingangstüren, und seine Gedanken begannen sich vollständig auf die vor ihm liegende Arbeit zu richten.

Die hellen, klinischen Kacheln der Eingangshalle empfingen ihn. Der Portier, der hinter einer Empfangsscheibe sah und bei seinem Eintreten nur kurz von seiner Zeitung zu ihm aufblickte, grüßte höflich und schien ihn danach nicht weiter zu beachten oder aufzuhalten, immerhin war er hier alles andere als nur ein einfacher Mitarbeiter. Eine kleine Seitentür nehmend, die er mit einer kleinen Magnetkarte aufsperrte, legte er seinen Koffer an seinem Spind ab und schlüpfte in den weißen Arbeitskittel hinein, an dem sein Name angebracht war. Kurz zu seiner ID-Card hinab linsend, die mit einem kleinen Clip an der Brusttasche befestigt war, nickte er kurz wie zu sich selbst und betrat die weiten Flure des inneren Gebäudebereichs. Einige weitere Schwingtüren passierend, die in fettgedruckten Lettern Warnhinweise auf den Seiten aufgebracht hatten, hielt er vor einem Bürozimmer inne, klopfte zwei Mal kurz an und zog damit die Aufmerksamkeit des an einem Drehstuhl und Schreibtisch sitzenden Mitarbeiters auf sich, der sich sofort erhob, seine Krawatte richtete und ihm die Hand hinstreckte. „Mitkommen, Johnson.“ gab er ihm knapp entgegen, lächelte zwar angemessen, erwiderte aber dabei den Händedruck nicht. Der etwas jüngere Kerl nickte, sammelte rasch ein paar Unterlagen zusammen, die er sich unter den Arm klemmte bevor er seinem Vorgesetzten hinaus auf den Flur folgte. „Wie ist der Status?“ kam die Frage von diesem, und er zupfte kurz erneut an seiner Krawatte herum. „Soweit alles stabil. Letzte Probenentnahme vor gut einer Stunde. Keine weiteren Auffälligkeiten über die Nacht. Wir erwarten bald neue Ergebnisse aus LA-2, ansonsten geht alles sein Gang.“ Er nickte, und sie passierten zusammen einige weitere Laboreinrichtungen, durch deren Glastüren ein Blick auf diverse Forschungsutensilien geworfen werden konnte, bevor sie um eine Ecke bogen und fast mit einem anderen Weißkittel zusammenstießen, der einen braunen DIN A4-Umschlug mit sich trug und in Eile schien. „Sir, da sind sie ja! Zum Glück.“ gab er keuchend von sich, strich sich seine dünn gewordenen Haare aus der Stirn und überreichte ihm den Umschlag, welchen er stirnrunzelnd und mit verengten Augenbrauen entgegennahm. Seine im Blick wortlos liegende Frage führte beim Weißkittel zu einem hastigen Nicken. „Nummer 7 steht kurz vor der Entbindung, Sir. Es gab ein Modifikationsupdate. Sehen sie selbst.“ „Was soll das heißen, ein Modifikationsupdate? Die Blutbilder waren vollständig kohärent.“ Seine Stimme klang scharf, und er zog ein gelblich eingefärbtes Papier aus dem Umschlag, und linste mit über die Zeilen huschenden Augen darauf.

Kousei laborbericht cen

Stille legte sich zwischen die drei Menschen, während der Mitarbeiter aus dem Büro und der andere Weißkittel den Atem anzuhalten schienen, und er selbst seine Augen auf die letzte Zeile in der Berichtstabelle geheftet hatte, die Brauen engend und tief durchatmend. Level 3, wie konnte das sein? War so etwas überhaupt schon geplant gewesen? Aber die Berichte logen nicht, sie waren physikalisch und chemisch zutreffend. Das erste Level 3 also, mit einem positiven Mod-Faktor. Das war eine Sensation! Wenn es nicht ungeplant geschehen wäre. „Zeigen sie mir so etwas sofort, Mann!“ brach es ärgerlich aus ihm heraus, und er drückte dem jungen Mann im weißen Kittel den Bericht gegen die Brust, woraufhin dieser leicht ächzte. „Über so etwas muss ich umgehend informiert werden. Welcher Entbindungsraum?“ „H43, Sir.“ Er nickte knapp angebunden und preschte dann voraus, während ihm die anderen Zwei nervöse Blicke tauschend hinterher eilten. Sie mussten nur um ein paar Ecken herumbiegen und eine Treppe in das Stockwerk unter ihnen nehmen, bevor die hellen Kacheln an den Wänden von grünen Fliesen abgelöst wurden, und sie zu den Schwingtüren des Entbindungsraumes kamen, in den bereits eifrig Personal ein und aus strömte. Männer und Frauen in grünen Hygienekitteln und mit Latexhandschuhen. Er besah sich das ein- und ausströmende Spektakel eine Zeit lang, dann schüttelte er genervt den Kopf und winkte die zwei Folgenden mit einer Handgeste hinter sich her. Eine Tür vorher links abbiegend begab er sich in einen Beobachtungsraum, stützte sich mit beiden Händen an der Halterung der nur von ihrer Seite aus durchsichtigen Glasscheibe ab und sah bei der Entbindung zu. „Sarah, mrhm...“ murmelte er dabei leise, und rieb sich über die Stirn, die noch immer in Falten lag. Weißkittel und Bürokerl nahmen neben ihm eingeschüchtert ihre Plätze ein, und wagten ebenfalls einen Blick in den mit Ärzten angefüllten Raum hinein. Eine junge Frau lag da auf dem Entbindungstisch, mit langem blonden Haar, und sich verkrampft in die Eisenstangen krallend, die links und rechts an ihrer gepolsterten Unterlage hochragten. Er sah eine Weile dabei zu, wie die Ärzte darum kämpften das Bündel neuen Lebens aus ihrem Unterleib hervor zu bringen, dann ging er die Zahlen noch einmal in seinem Kopf durch und sah hinüber zum Weißkittel, der sich mit einem Tuch die mit Haarsträhnen verklebte Stirn abtupfte. „Warum unter A30?“ hakte er leise nach, und der Weißkittel blinzelte erst zu ihm hinüber, räusperte sich dann und sah auf seinen Bericht. „Wir erwarten eine drastisch erhöhte Steigerung in der Aktivität des Metabolismus. Wenn unsere Berechnungen stimmen, dann wird sie in ungefähr 3 Jahren bereits die Größe eines ausgewachsenen Menschens erreichen, und dort stagnieren. Da der Metabolismus dabei aber sehr stark die Zellstruktur des Gewebes angreift, ist unter A30 als Einschätzung nur realistisch.“ Seine eigenen Augenbrauen wanderten dabei leicht in die Höhe, ehe er nickte und sich über das Kinn fuhr, in einer nachdenklichen Geste. Überraschend, dass jene Worte die er damals zu Kira gesprochen hatte, nun so genau zuzutreffen schienen. Vielleicht ein kleiner Wink des Schicksals, dass sie sich hier nun auf dem richtigen Weg befanden?

„Es ist ein Mädchen!“
Der Ruf des Arztes aus dem Zimmer ließ alle drei hinter der Glasscheibe versammelten Männer wieder nach innen zum Raum blicken, wo der jungen Mutter das enthüllt wurde, was schon längst auf den Testberichten niedergeschrieben worden war. Er konnte das vorsichtig gehaltene, noch mit Mutterblut bedeckte Kind erblicken – und lächelte dabei in sich hinein. Kein Schweif und keine Hybridenohren – so wie es bei Level 2 und aufwärts steigernd der Fall war. Mein Gott – es stimmte wirklich. Aufregung ließ seinen Magen zusammenziehen, und seine Hände gruben sich in die Halterung der Scheibe hinein bis die Knöchel weiß wurden. „Euphoria...“ murmelte er leise. Ehrfurcht trug sich in seiner Stimme mit als er den Namen des von der Mutter gewählten Kindes nannte, und seine Augen begannen mit der Erkenntnis zu glimmen, was sich hier in diesem Raum gerade abzuspielen begann. Sie hatten heute, an diesem Tag, einen unglaublichen Schritt nach vorne getan, in die Zukunft. Seine Zukunft.