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Raban

Raban

Raban ist einer der ersten Charaktere von Soultrade, die bei Eröffnung des RPGs zum Dezember 2012 gespielt wurden. Damals standen noch keine weiteren Details zur Welt von Soultrade fest - außer, dass man sich auf grobe Richtlinien geeinigt hatte; und dass es eben in einer Welt spielen soll, in der Hybriden bei Menschen leben. Meist gezwungenermaßen.

KlassifizierungBearbeiten

  • Generation 1
  • Gattung: Northern timber wolf ( Canis lupus occidentalis )
  • Hybridfarbe: Schwarz bis grauschwarz (Rute)

Erste Charakterbeschreibung (orig. aus Soultrade)Bearbeiten

CharakterBearbeiten

Durch das erzwungene Zusammenleben mit einer sehr reichen Menschenfamilie wurde Raban schon früh an feinere, gesellschaftlichen Sitten herangeführt, die er dementsprechend auch zu hassen gelernt hat. Sein Wille blieb über die vielen Jahre der Gefangenschaft ungebrochen, so dass er sich zu einem kratzbürstigen, verschlossenen Einzelgänger entwickelt hat, ganz so wie es in seiner Rasse liegt. Niemals auch je nur mit einem wirklichen Rudel in Berührung gekommen, hat es Raban stets vorgezogen, sich auf eigene Faust durchs Leben zu schlagen, und keinerlei Hilfe bei irgendwelchen Dingen oder Tätigkeiten anzunehmen. Nun, da die Geschichte beginnt, werden sich diese Charaktereigenschaften nur noch mehr zeigen und entwickeln, wohl auch festigen.

NeigungenBearbeiten

Er mag die Stille, und die Ruhe, in der er für sich sein kann. Außerdem ist, Dank seines Rudelinstinktes, eine ausgeprägte Neigung zur Freundschaft mit anderen Wolfshybriden vorhanden, von denen er bisher jedoch noch keine angetroffen hat. Er kann guter Musik und auch der Klassik etwas abgewinnen, würde dies aber nie offen zugeben, da diese Musik auch in seiner Menschenfamilie zu hören war. Außerdem ist er durch Pfeifen und Tabak auf den Geschmack von Zigaretten gekommen, solange er diese irgendwo erbeuten kann. (Anmerkung: Diese Eigenschaft habe ich Raban später wieder abgeschrieben, da er in der "Freiheit" schlicht und ergreifend mit dem Rauchen aufgehört hat. Ich hatte mich dann später dazu entschlossen, das Rauchen lieber an Jake, den älteren Fuchsbruder, abzugeben.)

AbneigungenBearbeiten

Er steht ablehnend gegenüber allen Menschen, da diese ihn zu seinem bisherigen Leben verdammt haben. Eingeschlossen in einer Villa, hat er eine deutliche Abneigung gegen den Adel, Gepflogenheiten, Sitten und feines Benehmen entwickelt. Er hasst es, bemitleidet zu werden, und er kann schlechtes Wetter nicht leiden - immerhin verdammt es ihn dazu, nicht die Außenanlagen durchstreunern zu können, sondern innerhalb der Villa eingesperrt zu bleiben. (Anmerkung: Raban's Geschichte hat sich bald dazu entwickelt, dass er bei Emilia als eine Art "Hybriden-Spielzeug" aufgewachsen ist, und das junge Menschenmädchen dank ihres sanften Verhaltens ihm gegenüber als langjährige Kindheitsfreundin ins Herz geschlossen hat.)

SynopsisBearbeiten

Raban ist nach der Geburt einer jungen Tochter eines adeligen Hauses vermacht worden, die am Rande der Großstadt in einer Villa mit eigener Anlage wohnhaft sind. Dort verbrachte er sein ganzes bisheriges Leben, wurde aufgezogen und gelehrt, und lernte mit seinen heranwachsenden Jahren stets mehr, die Menschen und die dortige Gefangenschaft zu verachten, als ihm klar wurde, dass es ein Leben außerhalb der eingrenzenden Mauern gibt. Als ihm die Flucht gelang, war für ihn klar, dass er sich einer ähnlichen Gefangenschaft nie wieder unterziehen lassen würde - für ihn galt nun, das Leben in der Freiheit zu genießen, und sich entlich selbstständig entscheiden zu können, wohin es gehen sollte, und was er tun würde.

Erster Post in Soultrade (31.12.2012)Bearbeiten

Raban stand hier – so wie er es immer tat, wenn die Nacht über dem Anwesen hereinbrach, und die ersten Sterne bei wolkenlosem Himmel klarer zum Vorschein kamen, so dass man mit bloßem Auge beobachten konnte, wie sie sich in ihrem Netz aus Lichtern über den dunklen Horizont erstreckten. Seine Augen waren scharf, schärfer als die der Menschen bei Nacht, und so konnte er auch ohne große Mühen den Trabanten mustern, der sich gerade hinter ein paar Wolkenfeldern zeigte, und seine gefüllte Kugel hell und schimmernd Preis gab. Er trug keine Schuhe, denn sie waren ihm unbequem geworden – seine Füße waren nackt, und so stand er auf dem kalten Marmorpflaster der kleinen Terrasse, die rückseitig auf der Villa angebracht worden war, und von wo aus er die Parkanlage mit dem winzigen Wäldchen mustern konnte, dass innerhalb der Einzäunung des Geländes lag, und mit zum Besitz der adeligen Familie gehörte. Matter Schein der Glaslaternen, die auf der Brüstung der Steinterrasse angebracht worden waren, tauchte sein Gesicht in einen orangenfarbigen Schein. Seine Ohren zuckten, und sein Schweif pendelte einmal, als er hinter sich Schritte hörte. Er wandte sich nicht herum, sondern hielt seine Augen auf den Mond gewandt – die Menschen würden schon mit ihm sprechen, wenn sie etwas von ihm wollten.


Noch bevor sie neben ihn getreten war, hatte er an dem feinen Geruch nach Parfüm und Pflegemittel, die wie eine Wolke an ihr hafteten, die junge Dame des Anwesens erkannt – Emilia, die brünette achtzehnjährige stolze Tochter des reichen Vaters, die seit ihrer Geburt Raban als ihr Haustier und Spielkameraden erhalten hatte. Er war mit ihr aufgewachsen, und obwohl er gelernt hatte, die Menschen des Hauses zu verachten, die ihn stets als etwas Niedrigeres behandelt hatten, war sie doch ein kleiner Hoffnungsschimmer gewesen, der ihn davon abgehalten hatte, schon viel früher zu flüchten. Sicherlich zeigte auch sie ihm keine offene, freundschaftliche Wärme, doch wer zusammen aufwuchs, den verknüpfte ein kleines Band, ob man es nun einmal wollte, oder nicht. Sie blieb stehen, in ihrem weißen, aufwändigen Kleid, ihre bräunlichen langen Haare vom abendlichen Wind erfassen lassend, und richtete ihren Blick nicht auf ihn, sondern ließ ihn über die Parkanlage schweifen. Eine ganze Weile lang standen sie stumm nebeneinander, bevor sie das Wort ergriff, und ihre scheue, fast flüsternde Stimme an seine zuckenden Wolfsohren drang.


„Vater hat noch einmal mit mir über die Heirat gesprochen.“ murmelte sie leise, und ihre Artikulation war durch das Murmeln so undeutlich, dass nur die feineren Ohren von Raban sie noch verstehen konnten – ein Trick, den sie sich schon früh angeeignet hatten, wenn sie ungestört miteinander sprechen wollten. Der Wolfsjunge gab ein leises Schnauben von sich, und sein buschiger Schweif pendelte ausladender hin und her. Zwangsheirat, dass es so etwas bei Menschen überhaupt noch gab – er verspürte kein Mitleid, denn auch er war schließlich nur ein Gefangener einer Situation, der er nicht entkommen konnte, doch der Gedanke, dass Emilia schon bald dieses Haus verließ, behagte ihm nicht. „Thomas ist ein sehr netter junger Mann, mit einer ansehnlichen Ausbildung, und vielversprechenden Karrierechancen, sowie einem adeligen Hintergrund.“ sprach sie weiter, und am Ton ihrer Stimme erkannte Raban, dass sie nur die Worte wiederholte, die ihr Vater in ihrem Gespräch schon zu ihr gesagt hatte. „...und er kann keine Pets leiden, weißt du.“ Seine schwarzen Ohren klappten bei diesen Worten nach hinten, und er sah aus verengten Augen zu ihr hinüber – für einen Herzschlag lang trafen sich ihre Blicke, dann wich ihm Emilia scheu aus, und er sah selbst wieder nach vorne, hinauf zum Mond, der über ihren beiden Köpfen ragte. Erst jetzt spürte er, wie kalt es an diesem Abend eigentlich schon geworden war. Sie musste sicherlich frieren.


So war es also. Raban war sich seines Schicksals durchaus bewusst: Emilia würde bald heiraten, und da in der neuen Familie, in die sie sich hineinbegab, keine Hybridzüchtungen erlaubt waren, würde er zurückbleiben...hier, in dieser Villa, die er nicht ausstehen konnte, ohne das Mädchen, mit dem er zusammen aufgewachsen war. Blieb also nur noch der Butler zurück, und der Rest der grässlichen Menschen, die sein Nackenhaar zum Aufstellen brachten...er gehörte nicht hier her, hatte es noch nie, dass war ihm stets irgendwie bewusst gewesen. Würden sie ihn weggeben, wenn es keinen Grund mehr gab, ihn hier zu halten? Oder würde man ihn in ein Heim für Tiere bringen, in dem er den Rest seines Daseins in einem Käfig auf und ab streunerte? Emilias Vater hatte ihm schon oft damit gedroht, wenn er sich nicht angemessen verhielt, oder die Ruhe des Hauses durch Scherze oder Streiche gestört hatte. Wieder atmete er tief aus, ein Grollen entfuhr seiner Kehle, und er spürte dabei, wie Emilia mit schmerzendem Blick aus ihren Augenwinkeln zu ihm sah, und dabei unsicher die kalten Handflächen ineinander rieb.

Weitere BilderBearbeiten